Nach langer Überlegung: Unser Umstieg von Canon auf Nikon

Wir haben’s getan. Nachdem uns 2011 unsere Hauptkamera geklaut wurde (eine Canon 5D Mark2) und wir seitdem nur mit Mietkameras gearbeitet haben, sind wir jetzt wieder mit eigener Kamera unterwegs. Es wurde eine Nikon D800.

Der Umstieg von Canon auf Nikon war schmerzlich – weniger wegen der Kamera, vielmehr ist es hart die ganzen Linsen auszutauschen, bzw sich mit dem neuen Sortiment und den neuen Bezeichnungen durch zu schlagen. Aber jetzt ist es passiert und es ist gut so.

“Warum keine 5D Mark3″ wurden wir öfter gefragt und die Antwort ist recht einfach: Wir mögen die hohe Auflösung. Zwar sind unsere Veröffentlichungen immer kleiner als das Original, aber man merkt durch das verkleinern einen Gewinn an Schärfe. Bei der Bearbeitung sind die mächtigen 36 Megapixel auch kein Fehler. Man kann einfach genauer arbeiten – und das fühlt sich gut an.

Aber die D800 ist eine Zicke – oder wie sie gerne genannt wird: Eine Diva. Das ist sie wirklich. Man merkt wo der Fokus sitzt und sitzt der nicht genau da wo man ihn will, sieht man das. Der Ausschuss (also nicht wirklich erstklassig scharfe Bilder) stieg auf über 50%. Die hohe Auflösung bringt noch ein zweites Problem mit sich: Die Beurteilung der schärfe wird an herkömmlichen Bildschirmen zur Qual und selbst mit den neuen Retina-Displays muss man sich ordentlich rein zoomen. Das habe ich bei meinem ersten Testshooting in Nürnberg natürlich erstmal vergessen – noch dazu habe ich eine Fokusfeinjustage vergeigt – und somit eine komplette Reihe Bilder für die Tonne fabriziert. Glücklicherweise war das keine “offizielle” Arbeit.

Ansonsten fühlt sich die D800 jetzt schon sehr heimisch an. Selbst an umgedrehte Zoom- und Objektivrichtung habe ich mich gewöhnt. Das Rauschen hält sich sehr in Grenzen, auch mit ISO6400 sind noch Bilder durchaus brauchbar. Die ISO-Automatik macht richtig Spaß, die Brennweitenabhängige Belichtungszeit ist fein und das AF-System (vor allem das 3D-Tracking) ist großartig. Alles in allem eine super Kamera. Zumindest für’s Studio.

Der absolute Wahnsinn ist für mich der Kontrastumfang. Da ist Zeichnung in Bildstellen die absolut weiss oder schwarz sind. Ich ertappe mich regelmäßig dabei die Dynamik im RAW-Konverter wieder zu minimieren – das werde ich mir noch abgewöhnen ..

Der Wunsch nach noch mehr Linsen ist übrigens wesentlich geringer als früher. Im Moment gesinnt sich zu einem 24-70 von Tamron ein 85mm 1.8 von Nikon und das ist eine schöne Kombination. Eventuell sollte das noch ergänzt werden durch ein 35mm Sigma f1.4. Aber das hat noch Zeit bis zu dem Moment an dem wir’s wirklich brauchen…