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[en] AN XXL SIZED, MOTORIZED DIY PAN-TILT-HEAD FOR LARGE-SIZED LENSES

There are a lot of panning heads out there, ranging from cheap and light all the way to uber-expensive and heavy duty. None did a decent job with a D800 mounted with a Nikon 400mm f2.8 beast. This is the story about a building a dedicated motorized Pan-Tilt-Head, used for automated panoramic shooting, if you’re not sure what those are check out our world biggest Where is Waldo project.

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Warum ist hier so wenig los?

Hallo zusammen,

ich werde in letzter Zeit öfter gefragt, warum hier so wenig los ist.

Die Seite hier wurde ohne viel nach zu denken aus dem Boden gestampft – primär um meine privaten, bzw nicht-kamerakind-relevanten Themen irgendwie an den Mann zu bringen. Dabei hat sich etwas neues aufgetan:

Ich bin jetzt als Author für DIYphotography tätig und alles was eigentlich hier Platz finden würde, steht ab sofort eher hier.

Auf der anderen Seite geht es mit Kamerakind gerade wieder recht rund – einige interessante Projekte stehen an und verlangen meine ungeteilte Aufmerksamkeit.

Ein verhältnismäßig neues Projekt ist RAWexchange, eine Plattform die sich der HiEnd-Retusche widmet. Auch schön…

Ich hoffe Ihr seid mir nicht böse, wenn ich mich hier etwas rar mache – denke es wird immer wieder mal etwas geben was nirgends sonst Platz findet und das ist dann hier vielleicht gut aufgehoben.

In diesem Sinne wünsche ich ein paar schöne Tage,
bis demnächst,
Stefan

 

 

matrix-bullet-time-wires

Multi-Kamera-High-Speed, ein crowdsourced Bullet-time-Projekt

Die meisten kennen noch den ultimativen Matrixeffekt, auch “Bullet time” genannt:

Während die beiden Helden in der Luft liegen, werden sie in einer lustigen Kamerafahrt umkreist.

matrix-bullet-time-wires

Dazu waren unzählige Kameras nötig und genau das will ich auch machen. Nur so viele Kameras habe ich nicht – wohl aber Freunde und Bekannte mit Kameras. Also hier der Aufruf an alle (egal ob Freunde bekannte oder sonst jemand, egal ob Profifotograf oder Amateur oder ich-hab-so-gar-keine-Ahnung)

  • Du hast etwa 4 Stunden Zeit
  • Du hast eine Kamera, die RAW aufnehmen kann
  • Du hast ein Stativ
  • Du hast ein Objektiv das eine Kleinbildbrennweite von 85mm hat (oder die entsprechenden 50mm für Crop-Kameras), natürlich gerne auch als Zoom

Sobald mindestens 25 Kameras beisammen sind, wird ein Termin gesucht.
UPDATE: wir haben 25 Kameras. Nach etwas über 3 Stunden. WOW

  • Wo: Traunstein
  • Wann: 23. Februar 2014 ab 14 Uhr
  • Warum: nennen wir es einfach “ein Projekt der Kunst wegen”

Wäre toll wenn es klappt :-)
Jetzt ran an die Tasten und Freunde motivieren!

Hier geht’s zum “Mitmach”-Formular.

Der Effekt ist ja aus Matrix bekannt – guckt mal hier:

Natürlich wird das bei uns nicht so sauber werden, denn wir haben weder tagelang Zeit um die Kameras richtig einzurichten, wir haben unterschiedlichstes Systeme und so weiter…
Aber dennoch – das wird ein sehr interessanter und spaßiger Tag – und wer im Anschluss noch Lust hat darf sich zu einem gemütlichen Abendessen und Fachgesprächen mit einfinden.

UPDATE 8.1.2014

Oft wurde die Frage gestellt, wie ich vorhabe die Kameras zu syncronisieren. Das ist ja ein recht aufwendiges Unterfangen, vor allem wenn man die ganzen unterschiedlichen Kameratypen nicht kennt und dann alle Stecker und Anschlussbelegungen kennen muss und auch für die unterschiedlichen Systeme die Shutterlag-Zeiten ausgleichen muss. Das ist in der kurzen Zeit wohl kaum möglich, muss aber auch gar nicht sein…

Das ganze wird nämlich viel einfacher gehalten:

Als erstes werden alle Kameras kalibriert und eingestellt. Das heisst alle Kameras werden auf RAW umgestellt, der manuelle Weißabgleich (soweit möglich) auf 5500k fixiert, anschließend wird durch Abstandsveränderung der Bildausschnitt so verändert das er bei allen Kameras möglichst ähnlich ist. Jetzt wird auf ein zentrales Objekt scharfgestellt und der Autofokus deaktiviert. Der Raum wird abgedunkelt und es werden alle Kameras ausgelöst. Ich denke eine Belichtungszeit von 5 Sekunden dürfte reichen um auf ein Zeichen (3 – 2 – 1 – klick) alle Shutter zu öffnen.

Jetzt findet die “Aktion” statt. Belichtet wird mit Blitz – wir wollen ja auch die Bewegung einfrieren. Die Blitzanlage wird auf vielfältige Weise ausgelöst. Bei den unkritischen Dingen werden wir das “händisch” machen, für kritischere Aufgaben haben wir alle möglichen anderen Auslöser: Lichtschranke, Geräusch und auch Erschütterung… Je nach dem was da statt findet, wird der passende Auslöser verwendet. Für die Kameras bleibt die Aktion immer die gleiche.

Was wir bislang geplant haben (die Liste werden wir erweitern):

  • das obligatorische “Torte trifft Gesicht”
  • Wasserbombe
  • Cola + Mentos
  • liebe Glühbirne, sag hallo zu Mister Hammer
  • verschiedene Dinge mit Flüssigkeiten
  • Boxer “passt wie Faust auf’s Auge”
  • Bodypainting “Vogel”, mit fliegenden Federn die in’s Bild geworfen werden

Ideen mit Feuer sind technisch leider nicht möglich, denn selbstleuchtendes wird uns das Bild versauen…

Im Anschluss werden wir die Daten einsammeln und nach Kameranummer in Ordner packen und allen die dabei waren die Rohdaten zur Verfügung stellen. So kann jeder für sich damit rumspielen. Wir werden die Bildausschnitte und Farbtemperaturen sowie die Belichtung im RAW-Konverter noch korrigieren und anschließend in einer möglichst exakten Größe exportieren. Das wird die größte Herausforderung an dem ganzen.

Wir werden einen Webplayer für die Bilder programmieren, so das ihr das fertige Bild interaktiv verbreiten könnt (wenn ihr das wollt). Einbettungscodes werden wir natürlich auch zur Verfügung stellen. In diesem Player soll der Besucher die Bilder (ich hoffe wir bekommen mehr als eins hin, ein Traum wäre 5 bis 10). Auch werden wir das ganze natürlich schön dokumentieren und einen kleinen film (wer hätte das gedacht) davon machen.

Je mehr mitmachen, desto besser wird das Ergebnis. Für einen Halbkreis (180°) brauchen wir bei 3 Metern Abstand zum Objekt rechnerisch 63 Kameras. Ich würde aber ganz gerne etwas weiter weg gehen. Bei den 85mm ergibt sich ein Blickwinkel von 29°, also hätte man bei etwa 4,50m eine Person ganz drauf (was ich persönlich ziemlich klasse fände. Croppen geht ja eh immer, denn die Ausgabe wird maximal in 720p sein (1280×720). Also bei 450 cm Abstand sind für 180° doch schon 94 Kameras notwendig. (für die Berechnung wurde eine Kamerabreite von 30cm zugrunde gelegt)

Update 10.01.2014: Da habe ich mich sauber verrechnet…

Wenn wir das hinbekommen wird’s kuschelig.

UPDATE 09.01.2014

Weil es immer wieder Fragen gibt wie das ganze am Ende aussieht, hier ein kleines Beispiel:
(unseres wird natürlich größer und nur etwa 180°)

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Jetzt aber hier eintragen und dabei sein!

Der camSlider

Ende 2010 habe ich den CineSlider von Kessler entdeckt. Ein tolles Teil, das ich sofort haben wollte, leider ist es in meinen Augen zu teuer und auch nicht genau das was ich suche. Also entschloss ich mich zum Selbstbau – damals wusste ich noch nicht, was das für ein Monsterprojekt wird.

Für die, die es nicht wissen eine kleine Einleitung:

Wenn man filmt, kann man seine Kamera schwenken. Das ist toll – nur auf Dauer ganz schön Langweilig. Wenn man die Kamera stattdessen bewegt, bekommt der Film mehr Tiefe, da sich Gegenstände gegeneinander bewegen (Vordergrund gegen Hintergrund). Eine gleichmäßige Fahrt hinzubekommen ist ungleich schwerer als einen sauberen Schwenk zu vollziehen – deshalb gibt es Hilfsmittel wie den CineSlider. Eine ca 1 Meter lange Schiene, auf der die Kamera bewegt werden kann. Das ganze gibt es dann auch noch mit Motor.

Warum selbst bauen?

Ich bin fasziniert von der Idee, Fahrten mit hoher Präzision wiederholen zu können. Das heißt dann aber:

  • motorgetrieben
  • gesteuert durch Mikrocontroller
  • speicherbare Kamera-Positionen

Und weil das noch nicht sportlich genug ist:

  • einstellbare Geschwindigkeit
  • einstellbare Beschleunigung und Abbremsung
  • elektronische Anzeige der momentanen Einstellungen

Nach langem Suchen habe ich die Firma IGUS gefunden, die Industriegleitlagersysteme herstellt. Das sind beschichtete Schienen, auf denen ein Schlitten läuft. In meinem Fall handelt es sich um ein IGUS DryLinW 10-80-10.

Die Schiene ist aus einem unglaublich tollem Material. Erinnert ein bisschen an eine beschichtete Pfanne – nur hat man die Kamera selten in einer Teflonpfanne.

Nachdem hier die Aufnahme für das Stativ gebohrt wurde und der Schlitten mit einer Aufnahme für den Fluid-Head versehen wurde, habe ich natürlich erst einmal ein paar Tests gemacht. Das war auf der einen Seite schon recht fein, aber man kann die Kamera kaum sauber bewegen – man sieht einfach jedes ruckeln im Film.  Sehr unbarmherzig so eine Kamerafahrt.

Aber die Geschichte geht ja weiter…

Als Motor wurde ein Schrittmotor der Firma NanoTec (München) verwendet. Stolze 1300g habe ich hier bei Ebay gekauft, mit einem Spulenstrom von 0.9A ist er recht “durstig”, aber das hat mich Anfangs nicht gestört. Die Probleme sollten dann erst bei der Steuerung aufkommen.

Dieser Motor wurde mit einem Zahnriemenantrieb versehen. Auf die Motorachse und gegenüberliegend wurde ein Zahnriemenrad angebracht, auf der Schiene läuft ein 2m langer Zahnriemen T2.5 mit 10mm Breite. die ersten motorisierten Fahrten waren schon recht beeindruckend. In 7.7s fährt man die 850mm sehr sauber ab. Langsamer geht auch – viel langsamer: bis zu 108 Stunden kann die Fahrt dauern, das sind mehr als 4 Tage und ermöglicht schöne Timelapseaufnahmen – wenn denn der Akku der Kamera mitmachen würde. Das soll aber in diesem Stadium noch kein Problem sein.

Das Herzstück der Steuerung ist ein Arduino Mega Clone. Im ersten Prototypen habe ich die gesamte Verdrahtung ‘fliegend’ realisiert, das heisst Widerstände direkt an Dioden und Schalter gelötet, die Verkabelung komplett ohne Platinen mit Schaltungsdraht als Kabelbäume ausgeführt.

Das Gehäuse kommt von Conrad Elektronik, hat hier die Bestellnummer 534499, die Frontplatte habe ich selbst entworfen und von der Firma Schaeffer-AG fräsen lassen. Es gibt hier ein Programm namens “Frontplattendesigner”, die Datei für die Frontplatte findet sich hier.

Folgende 1xUM-Schalter sind verwendet: (auf Ebay gefunden)

Free Run: Links/Stop/Rechts
Goto Position: Links/Stop/Rechts
Damping: Links/Beides/Rechts
Speed: 0.1x/1x/10x

Dann gibt es noch drei Taster: (Klingeltaster von Ebay)

Set Position 1
Set Position 2
Clear Positions

Und natürlich gibt es zwei Potis: (Conrad 450016 und 718295)

Speed
Damping

Im Gehäuse der Steuerung sind folgende Buchsen vorhanden:

XLR female: Endabschaltung rechts (Conrad 730818)

XLR female: Endabschaltung links

Speakon female 4-pol: Motoranschluss (Pollin 94-450360)

Kaltgerätebuchse mit Sicherung und Netzschalter (Conrad 501637)

Zur Kühlung des ganzen gibt es zwei Papstlüfter (Conrad 94-320359), zur Anzeige der Betriebszustände wurde noch ein 16×2 I2C-Display integriert (Lipoly DFR-DFR0063).

Die Schaltung kann man hier sehen und als PDF runterladen.

Und hier gibt’s den Code für die Steuerung.

 

Timelapse, Zeitraffer und die Sterne. Eine Anleitung.

Übernommen aus der alten Webseite:

So, der erste Workshop in 2012 ist vorbei. Es war ein großartiger Abend, Neumond und gleichzeitig voller Sternschnuppen. Als Zucker haben die Freunde aus Unterwössen noch ein Feuerwerk abgeschossen. Danke dafür.

Hier also nun die Checkliste, die ich dummerweise vergessen habe mitzubringen.

Vorbereitung:

  • Akku laden
  • große Speicherkarte leeren (mehrere kleine Speicherkarten ersetzen nicht eine große Karte)
  • Batterie vom Timer checken
  • etwas zum lesen oder Laptop mit gutem Film einpacken (alternativ jemanden zum voll-labern)
  • Immer zuviel Kleidung, Getränke und Essen dabei haben
  • eine Sitzgelegenheit in Form eines Klappsessels einpacken (die gibt es auch mit Getränkehaltern)
  • sich merken wo man die Objektivabdeckung hinlegt

Generelle Liste:

  • in Modus M wechseln
  • AF ausschalten (am Objektiv)
  • IS ausschalten (am Objektiv)
  • Blende einstellen und am besten manuelles Objektiv mit Blendenring verwenden.
    Hintergrund: Objektive treffen die Arbeitsblende unter Umständen nicht genau – sie stehen ja im Normalzustand auf Offenblende. Das kann ein flackern in der Bildserie erzeugen.
  • ISO automatik ausschalten
  • ISO-Wert wählen (=< 800)
  • Belichtungszeit einstellen
    ab ca. 30 Sekunden werden Sterne selbst bei Ultraweitwinkelobjektiven zum Strich oder zumindest oval, je länger die Brennweite, desto schneller dieser Effekt!
  • Scharfstellen, Testfoto machen, reinzoomen und prüfen
  • Tone-Priority ausschalten
    Tone-Priority erzeugt flackern
  • Lanzeitbelichtungskompensierung ausschalten
    Das treibt die Belichtungszeit unnötig in die Höhe (um Faktor 2)
  • Weißabgleich auf manuell stellen
    ca. 4000K ist toll
  • Modus wählen (RAW)
    JPG erzeugt durch die unterschiedlichen Bildinhalte und die dadurch entstehende unterschiedliche, automatische Bearbeitung flickern
  • Blitzauslösung unterdrücken
  • Display ausschalten um den Akku zu schonen
  • Augenöffnung verschließen
    ein Stück Gaffa bewirkt Wunder und ist schnell wieder entfernt. Ist die Augenmuschel offen, kann Licht von hinten unschöne flecken in den Bildern erzeugen
  • Kurz überschlagen ob die Speicherkarte reicht.
  • Regenschutz
    ein großer Müllsack mir abgeschnittener Ecke, festgeklebt an der Gegenlichtblende funktioniert sehr gut

additional bei starken Lichtänderungen (Sonnenauf- oder Untergang):

  • Modus AV verwenden
  • Blende vorwählen
  • Belichtungsmessung auf “ganzes Bild” einstellen, sonst erzeugt jede Wolke vor der Sonne eine unerwünschte änderung der Belichtungszeit

Nun kann es losgehen. Noch einmal alles überdenken, Einstellungen ggf nochmal kontrollieren. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig. Denn nun kommt der wichtigste Grundsatz und daran sollte man sich auf jeden Fall halten:

Dann die Kamera nicht mehr anfassen bis Akku leer oder Speicherkarte voll – egal was passiert.

Man hat ja wenn die Kamera läuft viel Zeit und schaut sich die Gegend an und kommt zwangsläufig zu der Erkenntnis das ein paar Meter weiter auf jeden Fall der bessere Platz für die Kamera wäre. Wenn man dann umbaut, fängt man von vorne an und kommt dann aber wieder zu der gleichen Erkenntnis. Am Ende des Abends hat man 4 mal umgebaut und 4 Clips, die alle wahnsinnig toll und jeweils 3 Sekunden lang sind. Herzlichen Glückwunsch. Darum einfach laufen lassen und wann anders wiederkommen…
Oft denkt man sich auch: der Abend hat so schön angefangen und jetzt sind nur noch Wolken da. Dann bricht man ab und guckt sich das Material später an und ist begeistert von den Wolken. Leider ist die Sequenz dann auch nicht zu gebrauchen…

Ein paar Dinge beeinflussen sich leider gegenseitig:

Je länger die Belichtungszeit, desto höher die Gefahr durch starke Sensorerwärmung Hot Pixel zu bekommen
Je höher der ISO-Wert, desto höher das Grundrauschen
Je offener die Blende, desto größer die Gefahr unscharfe Aufnahmen zu bekommen
Hier muss man also sehen, was die besten Einstellungen sind – es wird immer ein Kompromiss sein. Generell gilt:

ISO so weit runter wie möglich
so kurz belichten wie möglich
so lange belichten wie nötig
Blende so weit zu wie möglich
Blende so weit auf wie nötig

Der Timer:

Im Modus AV kann die Belichtungszeit bis zu 30s betragen. Auf den Interval auf jeden Fall die Zeit, die die Kamera zum speichern benötigt berücksichtigen und dazu rechnen
Je kürzer der Interval, desto langsamer die Bewegungen im Film. Achtung: Schneller machen geht immer, langsamer machen dagegen nur mit Verlusten.
Wem es nicht zu doof ist später Bilder in Handarbeit rauszunehmen, der kann als Interval auch z.b. 10 Sekunden einstellen. Während die Kamera belichtet, hat der Auslöser keine Auswirkung. Also wird die Pause zwischen den Bildern möglichst kurz.

Checkliste gegen Flackern

Hier die häufigsten Ursachen für flackern im timelapse:

  • Blende
  • Belichtung
  • Nachbearbeitung
  • weißabgleich

Fehlerquelle 1:

Wurde ein manuelles Objektiv verwendet (also eines mit Blendeneinstellung am Objektiv) oder ein automatisches Objektiv auf Offenblende verwendet (alternativ kann auch das Objektiv durch drücken der Abblendtaste auf die Arbeitsblende gebracht werden und während man die Taste gedrückt hält wird das Objektiv ein bisschen aus dem Bajonett gedreht. Sozusagen eine undokumentierte Zwischenstellung zwischen “dran” und “weg”)? Falls ja, weiterlesen…

Fehlerquelle 2:

Wurde die Belichtung manuell eingestellt bzw. wurde im Automatikmodus auf “Messung des gesamten Bildes” umgestellt? (manche Kameras werden das dennoch nicht ordentlich machen befürchte ich – wer auf Nummer sicher gehen will, muss die Zeit manuell einstellen). Falls ja, weiterlesen…

Fehlerquelle 3:

Wurde als RAW aufgenommen? JPEG wird von der Kamera erzeugt und wird somit eigentlich immer flackern erzeugen, weil die Kamera für jedes Bild einen eigenen Bearbeitungsweg einschlägt). Falls ja, weiterlesen…

Fehlerquelle 4:

Wurde der Weißabgleich manuell eingestellt? Auch der automatische Weißabgleich kann flackern erzeugen.

Das sind nur mal so die Klassiker unter den Fehlern, ich werde die Liste bei Gelegenheit mal erweitern…

Was man für die Post-Produktion wissen sollte

Ein Film besteht im Normalfall aus 25 Bilder / Sekunde. Das heisst für uns, Timelapsen ist sehr Zeitaufwendig. Wenn man davon ausgeht das man alle 30 Sekunden ein Bild macht, hat man pro Stunde gerade mal 2 Sekunden Film. Nehmt euch also Zeit mit und lasst die Kamera wirklich laufen solange Sie kann. Es ist auch gut, vor und nach der “guten” Szene noch ein bisschen Luft zu haben. Also auch wenn das Motiv dann doof ist, sollte man eigentlich noch mindestens eine besser zwei Stunden warten…

Der Prozess

Generell kann man sich den Arbeitsablauf so vorstellen:

RAWs bearbeiten
Bilder aneinander fügen
als Film rendern

Mein Workflow

Ich verwende zur Bearbeitung der RAWs Adobe Bridge bzw Camera RAW von Adobe. Hier habe ich für mich einfach am meisten ahnung. Theoretisch geht natürlich auch jede andere RAW-Bearbeitungssoftware (die meisten Kameras haben so etwas dabei).

Als erstes bearbeite ich das erste Bild, dann das letzte. Es müssen nicht alle Einzelbilder bearbeitet werden, das passiert dann automatisch mit der schlauen Software “LRTimelapse”. Ist übrigens umsonst das Ding und macht nichts anderes als die Zwischenschritte zwischen dem ersten und dem letzten Bild zu berechnen und in die Metadaten des jeweiligen Bildes zu schreiben. Das funktioniert sehr gut und kann auch noch mit einem deflicker-Algorithmus kombiniert werden. Auch der funktioniert recht gut. Alle Änderungen – und das ist wichtig – sind non-destruktiv, lassen sich also auch wieder rückgängig machen. Die Original RAWs bleiben unverändert.

Wir haben also eine RAW-Sequenz mit allen Bearbeitungen. Diese Sequenz lade ich nun als Bildsequenz in After Effects (weil ich damit einfach gut zurande komme). Es gibt hierfür auch andere Software, sicher auch für umsonst – hier muss man einfach mal googeln. Weil meine Bilder natürlich viel größer sind als ein normales Video (Fotokameras haben hier immer noch die Nase wahnsinnig weit vorn), kann ich das Video entweder kleiner machen (mein Endformat ist normalerweise immer FullHD, also 1920 x 1080 px, außer es sind wirklich wahnsinnig gute Sachen die ich in 4K haben will) oder ich kann das Bild croppen, also beschneiden. Wenn ich mit langen Brennweiten arbeite (Mond z.B.) kann ich durch croppen die Brennweite ohne Qualitätsverlust nochmal verdoppeln (weil ich ja nur einen Bildausschnitt verwende).

Ist diese Bearbeitung abgeschlossen, gebe ich das Ergebnis als Film aus. Hier gilt zu beachten: Nehmt einen ordentlichen Codec. Wenn vorhanden, ist Quicktime ProRes LT das Format der Wahl, für Web gerne einen H.264-Codec.

… aber das ist ein ganz anderes Thema…

Nach langer Überlegung: Unser Umstieg von Canon auf Nikon

Wir haben’s getan. Nachdem uns 2011 unsere Hauptkamera geklaut wurde (eine Canon 5D Mark2) und wir seitdem nur mit Mietkameras gearbeitet haben, sind wir jetzt wieder mit eigener Kamera unterwegs. Es wurde eine Nikon D800.

Der Umstieg von Canon auf Nikon war schmerzlich – weniger wegen der Kamera, vielmehr ist es hart die ganzen Linsen auszutauschen, bzw sich mit dem neuen Sortiment und den neuen Bezeichnungen durch zu schlagen. Aber jetzt ist es passiert und es ist gut so.

“Warum keine 5D Mark3″ wurden wir öfter gefragt und die Antwort ist recht einfach: Wir mögen die hohe Auflösung. Zwar sind unsere Veröffentlichungen immer kleiner als das Original, aber man merkt durch das verkleinern einen Gewinn an Schärfe. Bei der Bearbeitung sind die mächtigen 36 Megapixel auch kein Fehler. Man kann einfach genauer arbeiten – und das fühlt sich gut an.

Aber die D800 ist eine Zicke – oder wie sie gerne genannt wird: Eine Diva. Das ist sie wirklich. Man merkt wo der Fokus sitzt und sitzt der nicht genau da wo man ihn will, sieht man das. Der Ausschuss (also nicht wirklich erstklassig scharfe Bilder) stieg auf über 50%. Die hohe Auflösung bringt noch ein zweites Problem mit sich: Die Beurteilung der schärfe wird an herkömmlichen Bildschirmen zur Qual und selbst mit den neuen Retina-Displays muss man sich ordentlich rein zoomen. Das habe ich bei meinem ersten Testshooting in Nürnberg natürlich erstmal vergessen – noch dazu habe ich eine Fokusfeinjustage vergeigt – und somit eine komplette Reihe Bilder für die Tonne fabriziert. Glücklicherweise war das keine “offizielle” Arbeit.

Ansonsten fühlt sich die D800 jetzt schon sehr heimisch an. Selbst an umgedrehte Zoom- und Objektivrichtung habe ich mich gewöhnt. Das Rauschen hält sich sehr in Grenzen, auch mit ISO6400 sind noch Bilder durchaus brauchbar. Die ISO-Automatik macht richtig Spaß, die Brennweitenabhängige Belichtungszeit ist fein und das AF-System (vor allem das 3D-Tracking) ist großartig. Alles in allem eine super Kamera. Zumindest für’s Studio.

Der absolute Wahnsinn ist für mich der Kontrastumfang. Da ist Zeichnung in Bildstellen die absolut weiss oder schwarz sind. Ich ertappe mich regelmäßig dabei die Dynamik im RAW-Konverter wieder zu minimieren – das werde ich mir noch abgewöhnen ..

Der Wunsch nach noch mehr Linsen ist übrigens wesentlich geringer als früher. Im Moment gesinnt sich zu einem 24-70 von Tamron ein 85mm 1.8 von Nikon und das ist eine schöne Kombination. Eventuell sollte das noch ergänzt werden durch ein 35mm Sigma f1.4. Aber das hat noch Zeit bis zu dem Moment an dem wir’s wirklich brauchen…

Kamera und Blitze auslösen – oder auch Funkauslöser, Kameratrigger, Bilder machen, ETTL-Kabel, CLS, HSS

Eigentlich war der erste Titel dieses Eintrags „Funkauslöser“, aber das trifft es nicht ganz – denn hier geht es auch um kabelgebundene Lösungen. Zweiter Versuch: „entfesselt blitzen“ – aber auch das war nicht genug, denn nicht immer löst die Kamera den Blitz aus, manchmal ist es auch völlig anders…

Aber fangen wir von vorn an:

Irgendwann kommt bei vielen der Wunsch nach Blitzlicht. Denn Blitzlicht ist eigentlich cool. Hell genug um bei niedrigen ISO-Zahlen Bilder mit hoher Tiefenschärfe zu machen und es ist vor allem sehr gut formbar. Nun gibt es die verschiedensten Blitze und unzählige Lichtformer und während man so zwischen Leitzahlen, Wattsekunden, Softboxpackmaßen und Grids hin-und her testet und überall auch genug Lektüre findet, tut man sich wesentlich schwerer brauchbare Infos über die Verbindung zwischen Kamera und Blitzanlage zu finden.

Inzwischen sind ein paar Jahre vergangen und wer mich kennt weiss das ich gerne unterschiedliches Equipment ausprobiere und immer versuche zu verstehen wo denn die Vor-und Nachteile sind. Meist hört man als Antwort auf „Ich möchte mir einen Funkauslöser kaufen, weiss aber nicht welchen“ viele Meinungen und meist ist mindestens ein „Ich habe Produkt XY und alles andere ist Mist“ dabei. Wie immer. Jeder hat das beste Equipment und alle die was anderes nutzen sind eh doof.

Hier also meine persönlichen Erfahrungen:

Optische Auslösung

Die meisten Blitze haben eine optische Blitzerkennung und können so als sogenannter „Slave“ mit blitzen wenn ein anderer Blitz ausgelöst wird. Ohne zusätzliches Equipment, ohne jegliche Intelligenz. Allerdings auch ohne Batterien oder anderes was möglicherweise defekt sein könnte.
Optische Slaves sind eine feine Sache.
Allerdings gibt es hier auch ein paar Nachteile: In der strahlenden Sonne gibt’s Probleme und wenn man mit großen Lichtformern arbeitet, kann man sich auch nicht immer drauf verlassen.

Kamerainterne Infrarot-Blitzsteuerung

Die kleinen Aufsteckblitze kann man normalerweise auch per Infrarot fernsteuern. Das heist man kann per Kameramenü auch die Einstellungen des Blitzes bzw der Blitze verändern. Hier wird auch HSS unterstützt. HSS steht für High-Speed-Synchronisation. Normalerweise ergibt sich ab einer Belichtungszeit schneller als 1/250s ein schwarzer Balken im Bild. Das liegt daran, das sich der Kameraverschluss dann schon schließt, während sich der andere noch öffnet. Das normale „Verschluss öffnet sich, Blitz löst aus, Verschluss schließt sich“ wird dann zu einem schmalen Streifen zwischen den beiden Vorhängen und macht das herkömmliche Blitzen nicht möglich. Also wird bei HSS eine schnelle folge Blitze abgefeuert um so den gesamten Sensor dem Blitzlicht auszusetzen. So sind auch sehr viel kürzere Belichtungszeiten realisierbar. Nachteil ist allerdings das die Leistung erheblich sinkt.
Die Nachteile der Infrarotblitzsteuerung sind vielfältig: begrenzte Reichweite, Fehlfunktionen bei Sonnenlicht und vor allem muss zwischen Kamera und Blitz Sichtverbindung vorhanden sein.

Kabel

Hier gibt es zwei Arten: den normalen Auslöserstecker an der Kamera (übrigens in meiner Top3 der schlechtesten Stechverbindungen dieser Welt) und solche für den Blitzschuh. Letzterer kann dann auch alle Funktionen der Infrarot-Steuerung übertragen, der andere kann nur einfach den Blitz auslösen. Das ist eine tolle Sache – vor allem so ohne Batterien. Aber ein Kabel ist irgendwie immer ein Fallstrick und gerade im Studio kostet ein Kabel gerne mal das ein oder andere lieb gewonnene Objektiv oder was auch immer kaputt geht wenn die Kamera zu Boden segelt.

einfacher No-Name Funkauslöser

Funkauslöser. Die einfachsten sind wirklich günstig und tun meistens was sie sollen: Blitze auslösen. Manche dieser billig-Auslöser haben genauso billige Plasikstifte um das Ding auf der Kamera zu halten und so wird aus dem „funktionieren meistens“ dann ein „funktionieren üblicherweise“ und später ein „funktionieren manchmal“ . Bei meinen No-Names ist es inzwischen ein „wenn man vorne etwas runter drückt, kann es durchaus sein das sie auch mal auslösen“.
Vorteile ganz klar: billig und nichts zum drüber stolpern.

Funkauslöser von Markenherstellern

Möchte man Auslöser von Markenherstellern, bietet sich ein Blick in das Sortiment des Herstellers eurer Blitze an. Bei mir ist das Elinchrom und so verwende ich die Auslöser, die auf den Namen „Skyport“ hören. Einige der Elinchrom-Blitze haben die Empfänger dafür schon eingebaut, und so gilt: einschalten und loslegen. Ein sehr schönes Extra: es gibt noch ein Model „Skyport USB“. Damit kann man so ziemlich alle Einstellungen der Blitze vom Rechner aus verstellen. Von der Blitzleistung über das Einstelllicht bis hin zur Blitzverzögerung und – das ultimative Top-Feature – dem Standby. Das macht es sehr leicht Lichtstimmungen zu erstellen, denn man kann jede Lampe einzeln auslösen und sich mit der Feineinstellung beschäftigen. Gerade bei komplexen Setups (etwa ab 4 Lampen) ist dieses Feature für mich kaum noch weg zu denken.
Es gibt dann noch universal-Empfänger um Blitze anderer Hersteller mit in das Setup ein zu beziehen (natürlich nur Standby und das Auslösen, alle anderen Features sind nicht verfügbar).
Ich denke andere Hersteller ziehen hier bald nach bzw. haben auch vergleichbares im Angebot.
Leider können weder die Studioblitze noch die Auslöser HSS – womit wir bei der nächsten Variante wären:

Highend-Funkauslöser

Zu den ganzen oben genannten Auslösern gesellt sich bei mir ein Pärchen Pocketwizard FlexTT5. Das ist wohl sowohl preislich als auch von der Featurevielfalt her sehr weit oben angesiedelt. Leider wird hier zwischen Canon und Nikon unterschieden. Wenn man (wie in meinem Fall) mit beiden Systemen arbeiten, führt das zwangsweise zu Problemen. Dafür wird man mit ein paar exzellenten Fakten belohnt: hervorragende Reichweite, bislang keine Fehlauslösungen, per USB update fähig und insgesamt kann man einfach so gut wie alles damit anstellen. Gute Sache. Aber das beste – und gleichzeitig der Hauptgrund für den Kauf – ist folgendes: Man nehme den HSS-fähigen FlexTT5 als Auslöser und darauf setze man einen Skyport. Dadurch bekommt man durchaus brauchbares HSS mit Studioblitzen…
Nachteil ist sicherlich der hohe Preis und die zu treffende Canon/Nikon-Entscheidung.
Die PocketWizards können auch zum Auslösen der Kamera verwendet werden, so sind zum Beispiel Setups mit mehreren zeitgleich ausgelösten Kameras realisierbar.

Sonderform Triggertrap

Ein völlig anderer Ansatz ist Triggertrap. eine Smartphone-App, die Kamera oder Blitze auslöst. Die App ist umsonst, allerdings ist ein Adapterkabel notwendig und das ist wiederum nicht so günstig. Dennoch ist Triggertrap etwas sehr besonderes. Viele Sensoren des Smartphones werden unterstützt. So ist es also möglich ein Zeitraffer zu erstellen. Zusätzlich zu der Option „alle 30 Sekunden“ kann so zum Beispiel „alle 500 Meter“ ein Foto erstellt werden. Foto bei Geräusch, Foto bei Erschütterung und so weiter… Nichts für jeden Tag, aber etwas das in meinem Koffer nicht fehlen darf.

Sonderform CamRanger

Relativ neu auf dem Markt und noch nicht sehr verbreitet ist der CamRanger. Ein kleines Gerät das per USB an die Kamera angeschlossen wird und dann ein Wlan aufbaut. Per Software oder App kann dann die Kamera (Nikon & Canon) fernbedient werden. Jegliche Einstellungen inklusive Fokus können verstellt werden. Zusätzlich werden geschossene Bilder übertragen und können so mit minimalen Verzögerungen auf hochaufgelösten Bildschirmen überprüft werden. Ergänzt durch Liveview, Timelapse-Funktionen und Fokus-Stacking ist der CamRanger ein wichtiges Hilfsmittel. Mit Blitzgeräten hat der CamRanger allerdings nichts am Hut.

Selbstgebautes

Besondere Aufgaben brauchen besondere Technik. So ein Blitz an sich ist ja nicht schwer auszulösen. Im Grunde sind es nur 2 Kontakte, die verbunden werden müssen. Für sehr exaktes Timing haben wir eine Industrie-Lichtschranke mit einstellbarer Verzögerung im Einsatz: Fällt irgend etwas durch diese Lichtschranke, so wird nach einer einstellbaren Zeit der Kontakt geschlossen und die Blitzanlage löst aus.

Bei extrem schnellen Dingen wie zum Beispiel „Projektil durchschlägt einen Apfel“ ist es sehr einfach sich etwas zu bauen:
Hinter dem Apfel werden mit etwas abstand zueinander zwei Metallplatten befestigt. An die wiederum werden zwei Kabel geklemmt, die mit den Kontakten des Blitzgeräts verbunden sind. Durchschlägt das Projektil den Apfel und trifft dann auf die erste Metallplatte, wird diese bewegt und gegen die zweite gedrückt. So hat man einen elektrischen Kontakt hergestellt und die Blitzanlage löst aus. Das ist sehr viel einfacher als eine Olive zu fotografieren die in ein Glas fällt und in dem Moment fotografiert werden soll in dem sie zwar schon im Glas ist, aber noch nicht den Boden berührt…

Fazit

So vielfältig die Bildideen sind, so unübersichtlich ist auch der Markt für Blitzauslöser. Diesen einen der alles kann gibt es nicht – und wenn wäre er wahrscheinlich 100 Kilo schwer…
Es ist wie immer: Man braucht für die richtige Anwendung das richtige Gerät.

Nachtrag

Wofür braucht man HSS?
Man hat bei einer Kamera mit Blitz fünf Dinge, die das Bild beeinflussen:
- ISO beeinflusst die Gesamthelligkeit von Blitz und Umgebungslicht sowie die technische Bildqualität
- Blende beeinflusst die Gesamthelligkeit von Blitz und Umgebungslicht sowie die Tiefenschärfe
- Belichtungszeit beeinflusst nur die Helligkeit vom Umgebungslicht, ergo ist es ein Regler für das Verhältnis Blitzlicht zu Restlicht
- die Blitzleistung beeinflusst die Helligkeit des angeblitzen Objekts
- die Umgebungsbeleuchtung beeinflusst die Helligkeit der Umgebung

Beispiel 1:
Christkindlmarkt, ein Model wird angeblitzt, im Hintergrund sind weihnachtliche Lichterketten in der Unschärfe zu sehen.
Einstellungen an der Kamera: ISO 400, 50mm, Blende 2.8, 1/40s Belichtung
Alles in Butter. Möchte man mehr Lichterkette, nimmt man eben 1/20s Belichtung, möchte man alles heller haben geht man mit der ISO weiter rauf.

Beispiel 2:
Bei Feuerspuckern taucht ein Problem auf: Feuer braucht um gut auszusehen auf jeden Fall sehr kurze Belichtungszeiten. Am besten etwas schnelleres als 1/1000s. Am besten viel schneller. Das Feuer gilt hier als Umgebungslicht. Möchte man dazu blitzen (um den Feuerspucker selbst noch zu illuminieren), müsste man auf die kurze Verschlusszeit verzichten – also hat man die Wahl: Entweder ist der Feuerspucker dunkel aber das Feuer ist toll, oder der Feuerspucker ist toll und das Feuer selbst überstrahlt und verschwommen ohne Zeichnung.
Hier ist HSS die erste Wahl: extrem kurze Belichtungszeiten mit Blitz.

Beispiel 3:
Model gegen die Sonne mit geringer Tiefenschärfe und Blitz zum aufhellen verwendet (warum kein Bouncer? Weil die Models dann gerne fernöstich aussehen mit den zugekniffenen Augen).
Die gewünschte Tiefenschärfe gibt eine sehr offene Blende vor. Mit ISO ist man wahrscheinlich am unteren Ende angekommen und mit der Belichtungszeit immer noch sehr weit jenseits der Synchronzeit. Also muss man notgedrungen mit der Zeit weiter runter und HSS verwenden, was ein weiteres Problem aufwirft: Bei HSS verlieren die (ohnehin schwachen Aufsteckblitze) sehr viel Leistung. Normalerweise sind es etwa 6 Blenden. Und genau an dieser Stelle entstand der Wunsch die Studioblitze mit HSS zu versehen.

Wie funktioniert HSS mit Studioblitzen

Jeder Blitz hat eine sogenannte Abbrennzeit. Das ist die Zeit, die vom Blitz benötigt wird um von voller Leistung auf 0 runter zu gehen. Es ist also die Zeit des Blitzes. Hier variieren die Blitze sehr stark – manche Studioblitze haben eine Abbrennzeit von 1/800s, unsere Quadra kommt auf etwa 1/4000s und die Aufsteckblitze benötigen nur 1/20000s für einen Blitz, manche noch weniger. Natürlich ist die Abbrennzeit abhängig von der Leistung – bei Aufsteckblitzen gilt: je niedriger die Leistung, desto kürzer die Abbrennzeit. Bei Studioblitzen ist es meist anders herum – diese haben die kürzeste Abbrenndauer bei höchster Leistung. Dennoch sind Studioblitze wesentlich langsamer als Aufsteckblitze.
Bei HSS wird der erste Blitz noch vor dem öffnen des ersten Vorhangs ausgelöst. Das heisst: Wenn mein Blitz langsamer als meine Gesamtbelichtungszeit, kann ich die langsame Abbrenndauer einer Studioblitzanlage nutzen um kürzere Synchronzeiten zu realisieren. Nachteile gibt es hier aber natürlich auch: Man zweckentfremdet ja die Technik ein wenig, so muss man mit einem Helligkeitsverlauf von bis zu 3 Blenden über das Bild rechnen und hat meist auch einen schmalen schwarzen Streifen (etwa 1/10 des Bildes). Man muss also bei der Komposition schon wissen was man macht – den Helligkeitsverlauf kann man durch geschicktes Positionieren der Blitzanlage auch nutzen und so dem Lichtabfall durch Entfernung entgegen wirken. Oder man dreht einfach an der Belichtung im RAW-Konverter. 3 Blenden sind normalerweise noch kein wirkliches Problem. Der schwarze Streifen… naja – muss man halt ein bisschen croppen – die volle Auflösung braucht man meist eh nicht…

Viel Spaß beim Kopf zerbrechen ;-)